„Kunst verbindet“: Ausstellungseröffnung mit Werken von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen in Frankfurt
Rund 40 Interessierte besuchten am Montag, 24. August, die Ausstellungseröffnung „Kunst verbindet“ des „Offenen Ateliers Wehrheim/ Living Museum Taunus“ - ein künstlerisches Angebot der Regionalen Diakonie Main- und Hochtaunus (RD MuHt) für Menschen mit psychischen Erkrankungen.
Zahlreiche Kunstwerke von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen sind im Rahmen der Dauerausstellung in den Räumen der Regionalen Diakonie Hessen-Nassau (RDHN) in Frankfurt am Main zu sehen.
Volker Knöll, Geschäftsführer der RDHN eröffnete die Ausstellung und begrüßte die Gäste. Er betonte die Bedeutung des Offenen Ateliers in Verbindung mit der diakonischen Arbeit: „Als Regionale Diakonie in Hessen und Nassau sind wir dem Gedanken verpflichtet, Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen zu begleiten, ihnen Unterstützung zu geben und Möglichkeiten zur Teilhabe zu eröffnen. Es geht auch darum, ihnen Raum zu geben – Raum für eigene Ideen, für Ausdruck, für Kreativität und dafür, mit den eigenen Fähigkeiten und der eigenen Persönlichkeit gesehen zu werden. Das „Offene Atelier Wehrheim“ schafft einen solchen Raum. Und mit der heutigen Ausstellung holen wir ein Stück dieses besonderen Ortes hierher in unsere Geschäftsstelle.“
Kristina Becker und Esther Scholz-Zerres, Kunsttherapeutinnen im Offenen Atelier Wehrheim/ Living Museum Taunus der Regionalen Diakonie Main- und Hochtaunus, gaben Einblicke in die Arbeiten der Künstler:innen: "Die Künstlerinnen und Künstler zeigen einen Querschnitt durch ihr vielfältiges Schaffen. So bunt und facettenreich die Bilder sind, so vielfältig sind die Menschen, die bei uns einen geschützten Ort gefunden haben, um der „Seele Raum zu geben“, sagte Kristina Becker.
Seit 16 Jahren bietet das „Offene Atelier Wehrheim“ der Regionalen Diakonie MuHt Menschen mit einer psychischen Erkrankung die Möglichkeit, sich künstlerisch auszudrücken. In einer 200 Quadratmeter großen Halle finden mehrmals wöchentlich kreative Angebote mit den beiden Kunsttherapeutinnen statt. Zusätzlich gibt es einen Schreib- sowie einen Musikworkshop.
Stefanie Limberg, aus dem Leitungsteam der Regionalen Diakonie Main- und Hochtaunus, ist für das „Offene Atelier“ verantwortlich. Sie leitet die Öffentlichkeitsarbeit und die Integration des Offenen Ateliers in die bestehenden Angebote des Psychosozialen Zentrums in Wehrheim. Darüber hinaus fördert sie die Begegnungsmöglichkeiten von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung: „Aufgrund der Anerkennung als Living Museum Taunus haben wir ein kleines Café im Atelier eingerichtet. Hier finden Lesungen und Ausstellungen unserer Künstlerinnen und Künstler statt, zu denen wir Interessierte an unserer Arbeit einladen, um ins Gespräch zu kommen oder die Atmosphäre in unserem Living Museum zu genießen“, so Limberg.
Ein Raum für Begegnung und Kreativität
Ob Öl auf Leinwand, Acryl und Naturmaterialien auf Papier, Acryl auf Nähgarn und Papier oder Aquarelle: „Die Vielfalt der Persönlichkeiten der Künstlerinnen und Künstler spiegelt sich in den unterschiedlichen Themen und Techniken ihrer Arbeiten wider“, erläuterte Kunsttherapeutin Kristina Becker.
Das Konzept des „Offenen Ateliers Wehrheim/Living Museum Taunus“ zielt darauf ab, einen geschützten Raum der Begegnung und Kreativität anzubieten, in dem sich Menschen mit psychischen Belastungen wohl fühlen und ihr künstlerisches Potenzial entfalten können. Das Erleben von Zugehörigkeit und Selbstwirksamkeit schafft das Selbstvertrauen, die eigene Rolle in der Gesellschaft neu zu entdecken.
Mentale Gesundheit geht uns alle an
„Neben der Begleitung der individuellen Projekte bieten wir auch Workshops zu wechselnden kreativen Techniken und Themen an. Damit öffnen wir uns im Sinne der Idee der „Living Museum Society“ ein Stück weit nach außen, denn die mentale Gesundheit ist ein Thema, das uns alle angeht. Wir sind überzeugt davon, dass kreatives Gestalten in einer unterstützenden Gemeinschaft ein Schlüssel zu positiver Veränderung ist“, so Becker weiter.
Über das Offene Atelier Wehrheim:
Das Offene Atelier Wehrheim wurde vor einem Jahr von der „Living Museum Society“ als „Living Museum“ anerkannt. Die Idee des Living Museum ist ursprünglich in New York entstanden und hat sich seither zu einer internationalenBewegung weiterentwickelt. Das Living Museum bietet einen Raum, der Kunst, Inklusion und seelische Gesundheit miteinander verbindet.
Weitere Informationen:
Offenes Atelier Wehrheim/Living Museum Taunus
Regionale Diakonie Main- und Hochtaunus
Über die Regionale Diakonie in Hessen und Nassau gGmbH
Die Regionalen Diakonie in Hessen und Nassau gGmbH (RDHN) ist die soziale Arbeit der Evangelischen Kirche und vereint hierbei in 9 Regionen an mehr als 200 Standorten unter dem Dach der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) vielfältige Aufgaben: Von der Migrationshilfe bis zur Schwangerenberatung, von der Wohnungslosenhilfe bis zur regionalen Tafel – nah an den Menschen als erlebbare christliche Nächstenliebe. Unterstützt von der Evangelischen Kirche, gemeinsam mit Kooperations- und Finanzierungspartnern und unterstützt durch Spenden hilft die kurz „RDHN“ genannte Institution im Kirchengebiet Hessen und Nassau.
Ihre Ansprechpartnerin
Stefanie Limberg
Leiterin Regionale Diakonie Main- und Hochtaunus
Heuchelheimer Straße 20
61348 Bad Homburg