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Chor „All Inklusiv“ ausgezeichnet: Projekt fördert Teilhabe psychisch kranker Menschen

Der Chor „All Inklusiv“, ein Projekt zur Teilhabe psychisch kranker Mensche der Regionalen Diakonie Rheingau-Taunus hat am Dienstag, 19. März den Walter-Picard-Preis des Landeswohlfahrtsverbandes (LWV) Hessen erhalten.
Eine Gruppe von acht Menschen, sechs Frauen und zwei Männer stehen für ein Gruppenfoto zusammen. Sie lächeln. Zwei Frauen halten eine Skulptur in den Händen.
© Uwe Zucchi

Chor „All Inklusiv“ ausgezeichnet: Projekt fördert Teilhabe psychisch kranker Menschen

Der Chor „All Inklusiv“ der Regionalen Diakonie Rheingau-Taunus hat am Dienstag, 19. März den Walter-Picard-Preis des Landeswohlfahrtsverbandes (LWV) Hessen erhalten. LWV-Landesdirektorin Susanne Selbert und die Jury lobten das Projekt zur Teilhabe psychisch kranker Menschen bei der Preisübergabe: „Für alle Beteiligten steht die gemeinsame Freude an der Musik im Vordergrund, miteinander eine gute Zeit zu haben und sich nach der Chorprobe besser zu fühlen als zuvor. Locker rangehen und keinen Leistungsdruck aufbauen, das ist ihr Erfolgsrezept. Das ist ein richtungsweisendes Angebot“.

Die Freude über den Preis war riesig: „Wir sind total geflasht. Wir fühlen uns wirklich geehrt und wertgeschätzt“, drückte Heidi Messerschmidt-Weber, Mitarbeiterin der Regionalen Diakonie Rheingau-Taunus im Namen des gesamten Chors ihren Dank aus. „Inklusion entsteht durch gemeinsames Leben!“ 2014 hatte sie gemeinsam mit Chorleiter Andreas Wollner die Idee zum Projekt. Wollner hat ein klares Credo: „Es geht nicht um Perfektion. Musik muss lebendig sein, nur dann kann sie die Menschen erreichen.“

Zwischen 20 und 30 Sängerinnen und Sänger zählt All Inklusiv. Einige von ihnen leben mit psychischen Erkrankungen, andere nicht. Alle 14 Tage treffen sie sich zur gemeinsamen Chorprobe. Die regelmäßigen Proben und Auftritte sind wichtig für die erkrankten Sängerinnen und Sänger, denn sie bringen Struktur und Normalität in ihr Leben zurück. Das Repertoire des Chors reicht von Pop und Gospel über deutsche Liedermacher bis hin zu Eigenproduktionen. In dem selbst verfassten Lied „Ist ja irre!“, beschreibt einer der Sänger Erfahrungen mit seiner psychischen Erkrankung. Der Titel ist so etwas wie die Hymne des Chors geworden und darf bei keinem Auftritt fehlen.

Neben einer Urkunde und einer Skulptur haben die Sängerinnen und Sängerinnen auch ein Preisgeld erhalten. Geld, für das sie schon eine gute Verwendung haben. Es soll dazu dienen, einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen. Damit das Thema Inklusion noch mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rückt, werden einige Songs in einem professionellen Tonstudio eingespielt.

Über den Walter-Picard-Preis:
Der Walter-Picard-Preis wurde 2001 von der Verbandsversammlung des Landeswohlfahrtsverbands Hessen (LWV) ins Leben gerufen und ist mit 5.000 Euro dotiert. Er wird alle zwei Jahre für besonders nachahmenswertes ehrenamtliches Engagement oder professionelle Projekte in der hessischen Gemeindepsychiatrie vergeben. Namensgeber ist der Sozialpolitiker Walter Picard aus Offenbach: Er war einer der Initiatoren der Psychiatrie-Enquête, die ab 1975 maßgeblich zur Verbesserung der psychiatrischen Versorgung in Deutschland beigetragen hat. Ihm lag es besonders am Herzen, offene und wohnortnahe Hilfen für psychisch kranke Menschen zu schaffen. Auch für die Stärkung von Selbsthilfe-Projekten setzte sich Picard ein. Der Walter-Picard-Preis wurde 2024 zum zwölften Mal vergeben.

Foto: (vorne v. l.): Chorleiter Andreas Wollner, Heidi Messerschmidt-Weber, Ulrike Gürlet (Leiterin Regionale Diakonie Rheingau-Taunus), LWV-Landesdirektorin Susanne Selbert, Ulrike Schunder; (hinten v. l.): Marc Große-Budde, Jennifer Kerscher, Katrin Mewes (Foto: Uwe Zucchi)

Auch der Hessische Rundfunk hat über die Preisverleihung berichtet und den Chor portraitiert. Der Fernsehbeitrag ist hier zu finden:

Vorbildliche Inklusion: Chor aus Taunusstein mit Preis geehrt – Video: | hessenschau.de | TV-Sendung

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